OK Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen unserer Website zu ermöglichen. Wenn Sie auf unserer Website weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.

Aktuelles

„Selm hat viel aufzuholen“

Das sagen die CDU-Chefs Dieter Kleinwächter und Michael Zolda
 
SELM. Das Jahr 2015 ist ein Wahljahr für die Selmer: Am 13. September ist Kommunalwahl. Dabei geht es aber nicht um die Besetzung des Rates, sondern einzig und allein um die Besetzung des wichtigsten Postens der Stadt: Der Bürgermeister wird gewählt.Wir haben den Beginn dieses „kleinen Wahljahres“ zum Anlass genommen, den Parteien und Fraktionen auf die Finger zu klopfen: Wie ist es um die Gruppierung in Selm bestellt? Was sind ihre Interessen und Vorstellungen, wie ist der Stand der Dinge? Und wer wird eigentlich Bürgermeister? Wir beginnen unseren sechsteiligen Wahljahres-Check heute mit der CDU und haben dazu mit Fraktionschef Dieter Kleinwächter und Stadtverbands-Vorsitzendem Michael Zolda gesprochen.
 
Chefreporter Theo Wolters und Redaktionsleiter Tobias Weckenbrock legten der CDU die zentralen Themen vor. Ihre Antworten.
 
... wo sie Selm zurzeit sehen:
Kleinwächter: Auf einem positiven Weg nach vorne. Es hat sich viel getan, es wird sich noch mehr tun.
Zolda: Selm muss eine lebens- und liebenswerte Stadt werden. Und dafür muss es viele Projekte geben, die man realisiert. Die Regionale 2016 ist ein Beispiel, ein sehr gutes, dafür. Das Gleiche muss für Bork erfolgen.
 
... Selm im Vergleich zu den Nachbarn:
Zolda: Wir hängen hinterher. Vorbilder sind Lüdinghausen und Werne. Die sind 20, 25 Jahre weiter als wir. Man konnte in Selm nicht gestalten, weil man kein Geld hatte. Jetzt haben wir die Chance, aufzuholen. Das kriegen Sie aber nur hin, wenn alle an einem Strang ziehen: Wenn die Wirtschaft mitmacht, die Verwaltung, die Politik. Wenn Sie Politik machen nach dem Motto Rot gegen Schwarz gegen Grün und Gelb machen – das funktioniert nicht.
Kleinwächter: Die Stadt hatte als Notstandsgemeinde viel aufzuholen. Vor 30 oder 40 Jahren waren ja hier noch nicht mal alle Straßen asphaltiert, da gab es keine Wasseranschlüsse in jedem Haus, da ging man in der Kolonie aufs Plumpsklo.
Zolda: Was meinen Sie, warum Lüdinghausen ein Finanzamt hat? Oder eine Berufsschule? Oder ein Krankenhaus? Selm hat die Kranken geliefert, die gingen nach Lünen oder Lüdinghausen.
Kleinwächter: Dinge, die bis heute nachwirken. Darum sage ich: Klockenberg war die richtige Antwort, Kreuzkamp-West ist auch die richtige Antwort.
 
... das Baugebiet Kreuzkamp-West:
Zolda: Die Entwicklung auf dem Klockenberg ist ihrer Planung ein Jahr voraus, da sind nicht mehr viele Grundstücke verfügbar.
Kleinwächter: Wir wollten mit Beschluss des Flächennutzungsplans in den 90er-Jahren langsam, aber stetig wachsen. Nicht explosionsartig wie Olfen. Darum haben wir eine Prioritätenliste aufgestellt. Die ist so gedacht, dass wir die Baugebiete nacheinander abarbeiten. Klockenberg ist voll, das nächste auf der Liste ist Kreuzkamp. Mit der Neuen Stadt am Wasser kann man das nicht zusammen bringen: Das Baugebiet soll eine andere Qualität bekommen. Das soll exquisit werden. Der Vergleich hinkt, ich weiß das – aber es soll eine höhere Priorität genießen, etwa so wie für Dortmund der Phoenix-See. Kreuzkamp-West ist die normale Bebauung, wie sie gewünscht wird.
 
... wo ihre Partei steht:
Kleinwächter: Wir werden die Ideen aus der Bevölkerung aufgreifen, nicht nur von Parteimitgliedern, und diskutieren. Es stehen viele Projekte an. Vom Grundsatz her hat sich nach meinem Eindruck durchgesetzt, dass alle Leute verstanden haben, welche Chance die Regionale bietet, und dass wir das jetzt gemeinsam umsetzen. Dafür sind wir durch die Wahl legitimiert. Die Ausschüsse und der Rat müssen entscheiden.
 
... was aus Bork wird:
Kleinwächter: Im Haushaltsplan stehen 15 000 Euro für ein integriertes Handlungskonzept. Die Volksbank reißt in der nächsten Zeit zwei Gebäude ab. Die Stadt hat den Marktplatz gekauft, sodass da auch etwas passieren muss. Es muss eine Gesamtplanung her. Jetzt gibt es die Chance, für den Bereich vom Lidl über den Kreisverkehr bis zur Trinkhalle Skusa eine neue Achse zu entwickeln.
Zolda: Wir haben eine Verzögerung durch den Grundstückswechsel für den Nahversorger von der Feuerwehr zur anderen Seite des Kreisverkehrs. Aber das aktive Gestalten ist für die Borker das A und O.
Kleinwächter: Der Unterschied zwischen Selm und Bork liegt darin, dass in Selm auf einer Freifläche etwas entsteht. In Bork geschieht das mitten im Kern. Die Verantwortung ist zusammen mit den Bürgern zu tragen. Da kommt man mit einem einzelnen Werkstattgespräch nicht aus. Man muss die Leute mitnehmen – auch die Investoren. Eins ist klar: Der Investor hat immer das Ziel der Wirtschaftlichkeit.
 
... die Ziele der CDU:
Kleinwächter: In Selm ist durch die Regionale, die K44n und den Umbau der Kreisstraße mit der städtebaulichen Entwicklung, die sich sicherlich daraus ergeben wird. Zu Bork steht das integrierte Handlungskonzept und was daraus zu entwickeln ist an. In Cappenberg ist der große Erfolg, dass der Kreis das Schloss nicht aufgegeben hat. Auch da werden wir ein integriertes Handlungskonzept ausarbeiten.
... die CDU-Position zur Bürgermeisterwahl:
Zolda: Wir sind in der Findungsphase, dieses Thema für die Partei und die Bürgerschaft vernünftig auf den Weg zu bringen. Alles andere werden wir in den nächsten Wochen besprechen.
 
... die Selmer Finanzsituation:
Zolda: Wir müssen versuchen, durch die Investitionen, die jetzt in der Stadt auf den Weg gebracht werden, neue Bürger und Bürgerschichten nach Selm zu holen.
Kleinwächter: Mehr als 50 000 Euro im Jahr bei der Grundsteuer B hat das Baugebiet Klockenberg eingebracht. Das straft die Leute lügen, die gesagt haben: Es kommt keiner mehr nach Selm. Das liegt auch daran, dass die meisten Leute die Prozentrechnung nicht verstanden haben. Denn bei 825 Punkten muss ich immer auch die Bezugsgröße mitdenken. Menschen, die in Münster Eigentum erwerben wollen, würden gerne 825 Punkte bezahlen, wenn sie die Bezugsgröße – also die Grundstückspreise – hätten wie in Selm. Ein Grundstück kostet dort 400 Euro pro Quadratmeter, hier in Selm 150. Ich gehe davon aus, dass die Investitionen Selm attraktiver machen. Außenstehende sehen Selm anders als der Selmer. Der Selmer stöhnt, ich als Zugereister aber sage nach 30 Jahren: Ich wohne hier, wo andere Urlaub machen. Deswegen werden nicht nur Leute zum Wohnen herkommen, sondern ich glaube, dass wir auch im Gewerbebereich durchaus attraktiv werden können.
Bei uns im Internet:
Protokoll Das komplette Gespräch zum Nachlesen
Grafik So schnitt die CDU bei den Wahlen in Selm ab
www.RuhrNachrichten.de/selm
 

Eintrag vom: 03.03.2015