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Aktuelles

Wolfgang Bosbach bei einer Versammlung in Cappenberg

Wolfgang Bosbach bei einer Versammlung in Cappenberg

Angela Merkel werde bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr die Kandidatin der Union sein. „Da bin ich mir ganz sicher“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach am Montagabend bei einer Versammlung in Cappenberg. Der Ortsunion Cappenberg war es gelungen, den bekannten CDU-Politiker zu verpflichten. Das sagte der Polit-Promi am Abend außerdem.

Wolfgang Bosbach (64) ist für klare Worte bekannt. Das zeigte er auch im voll besetzten Saal des Hauses Kreutzkamp. Beherrschendes Thema war die Flüchtlingspolitik. Bosbach: „Jeder, der zu uns kommen möchte, muss unsere Rechte- und Werteordnung beachten. Wer glaubt, er könne hier nach den Regeln der Scharia leben, der hat sich das falsche Land ausgesucht“, erklärte er. Man solle dabei auch keine Ausnahmen machen. Bosbach: „Wenn man beginnt, Ausnahmen beim Turnunterricht oder bei Klassenfahrten zu machen, werden bald immer mehr Ausnahmen reklamiert.“ Bosbach betonte, wer in Deutschland eine Heimat finden wolle, müsse nach den in Deutschland geltenden Regeln leben. „Alle, die dies möchten, sind in der Bundesrepublik herzlich willkommen.“

Bosbach betonte, er habe keine Angst vor einer Islamisierung des Abendlandes. „Ich habe mehr Angst vor einer Entchristianisierung. Wenn wir aus dem schönen Martinszug ein Lichterfest machen, dann ist das unser Problem. Das hat nicht der Zentralrat der Muslime beschlossen.“
Bosbach betonte, man garantiere in Deutschland Religionsfreiheit. Für ihn wäre es ein tolles Projekt, wenn Muslime und Christen gemeinsam versuchen würden, dass Christen in muslimischen Ländern genauso viel Religionsfreiheit hätten wie Muslime in Deutschland.

Brexit ist zu bedauern
Bosbach ging auch auf die Situation der EU ein. Die Brexit-Entscheidung in Großbritannien sei zu bedauern, doch betrage die Entfernung zwischen Calais und Dover immer noch 31 Kilometer. Bosbach: „Großbritannien liegt immer noch in Europa und wird ein wichtiger Partner bleiben.“ Die Europäische Union sollte sich fragen, ob sie nicht dabei ist, sich zu übernehmen. „Ich bin kein Anhänger einer Vollmitgliedschaft der Türkei. Die EU muss ihre Grenzen, auch territoriale, kennen. Das Land gehört einem anderen Kulturkreis an.“ Bosbach erklärte, es sei eine bedenkliche Entwicklung, dass die nationalen Kräfte in vielen Ländern stärker würden. Die EU sollte sich die Frage stellen, ob man alles einheitlich regeln müsse. In der Bundesrepublik habe man die Vielfalt von 16 Bundesländern. Bosbach: „Da finden wir es toll, dass nicht alles gleich ist. Dagegen bemüht sich Europa, alles einheitlich unter 28 Staaten zu regeln.“

Bosbach selbst tritt bei den nächsten Wahlen nicht mehr an. In Cappenberg zog er ein kleines Fazit seiner langjährigen politischen Arbeit. Wenn er in einem Jahr einen Strich mache, hoffe er, sagen zu könne, es seien 23 interessante Jahre gewesen. „Was mich belastet: Es ist sehr schwer, in einigen Politikfeldern die Wahrheit zu sagen, ohne dass es Ärger gibt.“ Er kenne kein Politikfeld, wo es so große Meinungsunterschiede gebe wie Integration und Einwanderung. „Ich denke aber, wir sind auf einem guten Weg. Wichtig ist, die Menschen auf dem Weg mitzunehmen.“

Fotostrecke Versammlung Cappenberg

Besuch von Wolfgang Bosbach bei Kreutzkamp
Bildquellen: Günther Goldstein, RuhrNachrichten

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Eintrag vom: 15.09.2016