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Aktuelles

„ Keine Angst vor Inklusion“

Hubert Hüppe macht sich für Chancengleichheit stark

Hubert Hüppe, Bundesbeauftragter für Behinderte, redete beim Grünkohlessen der CDU Klartext. „Die Teilhabe von Menschen ist ein Menschenrecht“, so der Bundestagsabgeordnete. Inklusion fange bei den Kindern an. Je jünger man sei, desto besser gewöhne man sich an Behinderte und könne dann später auch besser mit ihnen umgehen. Wenn ein behindertes Kind in einen normalen Kindergarten gehe, dann würden die Eltern wie für jedes Kind Kindergartenbeiträge zahlen. Zurzeit würden behinderte Kinder aber meist in eine heilpädagogische Einrichtung kommen. „Sie müssen dann mehrere Kilometer weit gefahren werden, kommen erst am späten Nachmittag wieder nach Hause.“ Die Kosten würden über die Eingliederungshilfe beglichen. „Sie bekommen Eingliederungshilfe, wenn Sie bereit sind, auszugliedern.“ Diese Kinder hätten aber kaum Kontakt mit gesunden Nachbarkindern. „Wenn sie nach Hause kommen, spielt niemand mehr von den Nachbarn auf der Straße.“ Und man frage sich, warum Deutschland ein Land sei, das prozentual die meisten Kinder ausgliedere. Hüppe: „Inklusion heißt, sie gehören von Beginn an dazu.“ Dies sei der große Unterschied zur Integration. Kinder dürften nicht der Förderung nachlaufen, sondern die Förderung müsse zu ihnen kommen. Erster Arbeitsmarkt Wenn er gefragt werde, ob er alle Fördereinrichtungen schließen wolle, sage er nein. Hüppe: „Ich bin aber auch nicht für das Überleben von Einrichtungen zuständig, sondern für die Behinderten.“ Wenn gesagt werde, Inklusion sei teuer, stimme dies. „Inklusion ist aber auf Dauer billiger, Explosion ist teuer.“ Er wolle die Werkstätten für Behinderte auch nicht schlecht reden, sondern Ziel müsse der erste Arbeitsmarkt sein. Zur Inklusion gehöre auch Barrierefreiheit. Dies dürfe aber nicht vor dem Haus aufhören. Auch Geschäfte, Kirchen und öffentliche Gebäude müssten erreichbar sein. So könne es nicht sein, dass der Denkmalschutz zum Beispiel die Anbringung eines Aufzuges von außen an öffentlichen Gebäuden verhindere. „Was ist wichtiger: die Teilhabe von Menschen oder der Denkmalschutz?“ Zur Barrierefreiheit gehörten auch einfach zu bedienende Automaten und auch die leichte Sprache. „Haben Sie keine Angst vor der Inklusion. Wer Inklusion möchte, der sucht auch nach Wegen“, so der abschließende Appell der Behindertenbeauftragten.

Eintrag vom: 05.02.2013