9 € für 90 Tage: Entlastung muss auch für Schüler gelten

Die Bundesregierung hat nach einer Sondersitzung der Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag bekannt gegeben, sie wolle bundesweit für 90 Tage ein Ticket zur Nutzung des ÖPNV für 9 Euro einführen. Dieses Ticket soll auch Abonnements erfassen. Schon gezahlte Beträge sollen nicht abgebucht oder erstattet werden. Die entstehenden Kosten will der Bund den Ländern im Wege einer Erhöhung der Regionalisierungsmittel zur Verfügung stellen. Das Ticket soll der Entlastung der Bürgerinnen und Bürger von den hohen Energiepreisen dienen und gleichzeitig Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen.

 

Mit der sehr kurzfristigen Umsetzung des 9-Euro-Tickets hat die Bundesregierung die Länder beauftragt, sodass die Landesregierung nun vor der Herausforderung steht, innerhalb eines extrem kurzen Zeitraums für alle Verkehrsverbünde ein neues Ticketmodell einzuführen, dass nur für einen sehr kurzen Zeitraum von drei Monaten existieren soll, und die Änderungen in der Tarifstruktur administrativ umzusetzen.

 

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Selm fordert die Bundesregierung auf, klarzustellen, dass, wenn man schon Erwachsene durch ein 9-Euro-Ticket entlastet, erst recht auch Schülerinnen und Schüler zu entlasten sind. Der Rat der Stadt Selm hat im letzten Jahr die Einführung des Schülertickets Westfalen beschlossen. Eingeführt wurde das Ticket in Selm ab dem 1. Februar diesen Jahres. Hierfür bezahlen anspruchsberechtigte Familien für das erste Kind 12 Euro im Monat, für das zweite Kind sechs Euro im Monat und ab dem dritten Kind nichts mehr. Nichtanspruchsberechtigte Familien müssen für das Ticket 33 Euro monatlich bezahlen. Das Abo dauert mindestens 12 Monate.

 

Die stark gestiegenen Energiepreise belasten insbesondere Einkommensschwächere und kinderreiche Familien. Die CDU-Fraktion will die Betroffenen mit der extremen Belastung der letzten Wochen nicht alleine lassen. Jede Entlastungsmöglichkeit muss ergriffen werden.